200 Jahre Veränderung

Politische Instrumente prägen die strukturelle Entwicklung des heutigen Landkreises

Vor über 200 Jahren kam es durch Kurfürst Max IV. Joseph zu Verwaltungsreformen, um das zu dieser Zeit mehr als um die Hälfte vergrößerte bayerische Territorium neu zu ordnen und dem Gemeindewesen eine einheitliche politische Struktur zu geben.

Betroffen davon waren die Landgerichte Abensberg und Kelheim. Diese wurden umgebildet, wobei nicht  alles wunschgemäß verlief. Das zeigt die Gemeindeordnung von 1869, die der oft unzulänglichen Gemeindeverwaltung Einhalt gebieten sollte, indem sie das politische Instrument der Bürgermeisterei einführte. Interesse für die Bürgermeisterei konnte allerdings nicht geweckt werden – weder vor Ort, noch im gesamten Königreich Bayern.

Erste Erfolge  hingegen gelangen im heutigen Kreisgebiet etwa im Schulwesen, in der Wohltätigkeit und im Straßenwesen. Vor allem der Eisenbahn- und Kanalbau sorgte dafür, dass eine Zellulosefabrik in Kelheim ansiedelte und für einen allmählichen wirtschaftlichen Aufschwung sorgte.

Aufgrund des Ersten Weltkriegs wurde dieser positive Trend schnell gestoppt. Von der Wirtschaftskrise 1930 blieb die Region nicht verschont. Jeder dritte Kelheimer wurde in der Folge arbeitslos.

Auf Verwaltungsebene verschmolzen bereits 1920 die Distrikte Abensberg und Kelheim zu einem Bezirksverband. Aus den Bezirken gingen später die Landkreise hervor – es wurde somit ein solides demokratisches Fundament geschaffen. Aber auch dieser Aufschwung endete abrupt mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieben lediglich die Landkreis- und  Gemeindeverwaltungen halbwegs intakt. Bis zur Gebietsreform von 1972 war der Landkreis Kelheim einer von 22 Verwaltungsbereichen in Niederbayern.

In dem genannten Jahr stellt der 1. Juli eine Zäsur in der Entwicklung aller bayerischen Landkreise dar. Den Landkreis Kelheim, wie er heute besteht, gibt es erst seit diesem Tag. Die Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern trat in Kraft. Die sogenannte Gebietsreform sollte unter anderem die Lebensverhältnisse der Menschen