Pflanzen wie den Roten Sonnenhut (Echi- nacea purpurea) und den Durchwachsenen Wasserhanf (Eupatorium perfoliatum), die unsere Abwehrkräfte und Widerstandkraft stärken. Nicht nur gegenüber Bakterien und Viren machen die Korbblütler widerstands- fähiger, auch gegenüber Parasiten und Wür- mern. Hier finden wir Wurmmittel wie den Wurmsamen (Cina), die Eberraute (Artemi- sia abrotanum), den Rainfarn (Tanacetum vulgare) und den Beifuß (Artemisia vulgare) und Insektizide wie Chrysanthemum. Arnika ist die Pflanze für körperlich oder seelisch traumatisierte Menschen. Sabine Rosner So wie die Korbblüten aus vielen kleinen Röhrenblüten in der Mitte bestehen, set- zen sich die Menschen, die die Korbblüt- ler brauchen, oftmals für die Gemeinschaft ein, haben aber auch Probleme, ihre Einzig- artigkeit im Kontakt mit der Gruppe und der Gesellschaft zu bewahren. Man sieht wieder das Thema der Abgrenzung, und oftmals erfolgt Rückzug oder Abbruch aller Beziehungen. Die ersten Kontakt- probleme und Verhaltensauffälligkei- ten sind oft schon im Kindesalter zu erkennen, und Kinder, die Korbblütler brauchen, werden wegen ihrer Stur- heit und ihrem Eigensinn schon in der Schule oft ausgegrenzt. Die Her- ausforderung für Korbblütler besteht darin, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und trotzdem ihre Unabhängig- keit zu bewahren. Der Ursprung des Namens Arnika ist nicht sicher geklärt. Man vermutet vom griechi- schen „arnakis“= Lammpelz, was auf die weichhaarige Blütenhülle verweist, oder von griechisch „ptarmos“= niesen, was sich auf die Verwendung der Blätter für Schnupf- tabak bezieht. Der Zusatz „montana“ kommt vom lateinischen „mons“= Berg und verweist auf den Standort der Pflanze. Der deutsche Name „Bergwohlverleih“ hat nichts mit Wohlbefinden zu tun, sondern verweist auf die Beziehung der Arnika zum Wolf und sollte eher „Wolferlei“ heißen. Die Arnika wurde auch als „Wolfsblume“ bezeichnet und hat das wilde Wesen des Wolfes in sich. In früheren Zeiten steckten die Bauern rund um die Kornfelder frische Arnikapflanzen in die Erde, um den Korndämon fernzuhalten und den Kornwolf, der das Getreide vor dem Verdorren schützt, im Getreidefeld zu halten. Die Arnika war bei den Germanen hochge- schätzt und der Muttergöttin Freya geweiht. In den antiken Schriften taucht ihr Name nicht auf, erst im Mittelalter wird sie unter dem althochdeutschen Namen „wolfesgele- gena“ erwähnt. Bis zur Mitte des 18. Jahrhun- derts galt sie als große Heilpflanze, dann ging ihr Gebrauch bis zum Ende des 19. Jahrhun- derts zurück. Als Ausgangsstoffe für die Herstellung von Heilmitteln aus der Arnika werden die Wur- zeln und die Blüte verwendet. Meist wird Arnika äußerlich verwendet und aus ihren Blüten Salben und Tinkturen für Einreibun- gen, Umschläge oder für Waschungen herge- stellt. In der Homöopathie dient die Wurzel als Ausgangsstoff, und hier kann sie innerlich in homöopathischer Verdünnung als Globuli verwendet werden. Die innerliche Anwen- zerzaust aus, duften aber wie heilsame Medi- zin. Obwohl die Arnika von Insekten und Pil- zen leicht befallen wird, gedeiht und blüht sie weiter und zeigt in sich diese wilde und urwüchsige Kraft eines Naturburschen, der jedes Trauma überstehen kann. Auch im Bereich der rheumatischen Erkran- kungen, bei Rückenschmerzen, Ischias, Hexenschuss, Muskelkater nach Überan- strengung oder bei Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen wird sie ver- wendet. Sie ist wie Balsam bei Verbrennun- gen, Sonnenbrand und Strahlenschäden und auch für die Schleimhaut im Mund und Rachenraum, die durch Entzündungen, Heiserkeit und Stimmverlust beeinträch- tigt ist. Sie ist die Pflanze für Beschwerden der venösen und arteriellen Blutgefäße und unterstützt sowohl bei Beschwerden wie Hämorrhoiden, Krampfadern, Venenent- dung der reinen Tinktur ist umstritten, da sie Durchfall, Schwindel, Nasenbluten oder Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Andere Namen der Arnika sind Fallkraut, Bruchkraut, Stichkraut oder Blutblume und verdeutlichen, dass sie schon immer eine Pflanze für Verletzungen durch Stoß, Fall, Stich oder Schnitt war. Dabei kann man sie für Quetschungen, Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen, Blutergüsse, Knochen- brüche, Schürf- und Schnittwunden oder Gehirnerschütterungen einsetzen. Auch zur Prophylaxe vor Operationen und Zahn- extraktionen ist sie in der Homöopathie ein bewährtes Mittel. Hierbei wirkt sie schmerz- stillend, entzündungshemmend, desinfizie- rend, abschwellend, durchblutungsfördernd und wundheilend. Dass sie ein Mittel für Notfallsituationen ist, zeigt sie schon in ihrer Erscheinung. Die sonnengelben Blü- ten, die auf dem ca. 50 cm hohen Stängel sit- zen, sehen immer etwas unordentlich und zündungen und Unterschenkelgeschwüren, die das venöse System betreffen, als auch bei Beschwerden im arteriellen System wie Arte- riosklerose, Altersherz, Sportlerherz, Herz- insuffizienz und nach Schlaganfall. Sie ist neben dem Weißdorn eine der wichtigsten Herzpflanzen, und schon Goethe ließ sich gegen seine Herzkrämpfe regelmäßig einen Arnikatee zubereiten. Mit ihren Inhaltsstoffen, zu denen Bitter- stoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavono- ide, Inulin, Arnicin, Helenalin, Cumarine und Procyanidine zählen, erhöht sie die Durchblutung, entspannt die Gefäßnerven und die Muskulatur und ist in der Lage, nach einem Trauma den Schock, der im Gewebe sitzt und oftmals die Heilung blockiert, zu lösen. Arnika ist die Pflanze für körperlich oder see- lisch traumatisierte Menschen. Sie stellt die Körper-Geist-Seele Einheit wieder her und bringt die Kraft und die Selbstheilungskräfte zurück. WINTERAUSGABE 25